Sonntag, 1. November 2009

grenzen

meinen letzten eintrag habe ich mit stolz betitelt, eigentlich müsste dieser hochmut heißen.
am wochenende war ich freunde besuchen, mit denen ich erst seit kurzem verbunden bin.
in der nacht erlebte ich einen wundervollen spaziergang, mit einem mond, der taghelle schatten warf und alles in silber tauchte. energiegewobene waldwege unter unseren füßen, stille und kälte, stimmen und herzoffenheit.
der hochmut eines menschen, der bislang keine grenzen in sich erkannte. keine grenzen meiner intelligenz, keine grenzen auf meinem weg, keine grenzen meines verständnisses. das und noch ganz andere ebenen, die ich nicht in worte fassen kann. es ist wirklich schwierig für mich diese dimension meines hochmuts in worte zu fassen. ich habe die grenzen zwar erkannt, aber nicht wirklich anerkannt. sie mögen dagewesen sein, aber sie waren immer vorübergehende zustände für mich, wenn sie denn vorhanden waren. ich habe sie nicht wirklich anerkannt. ich habe mich blind gestellt, mit dem herzen blind gestellt in gewisser weise. ich habe die grenzen nicht wirklich verstanden, nicht mit dem herzen verstanden. ich habe sie nicht durchdrungen. ich habe sie oft umgangen und mir einen teil selbsterfahrung genommen. bisher konnte ich immer einen anderen weg nehmen.
irgendwie so in der art...lässt sich das gefühl vielleicht erahnen. oder vielleicht...es gibt grenzen in mir, an die ich gestoßen bin, vor denen ich aber dann die augen verschlossen habe und mich geweigert habe sie mit dem herzen anzunehmen. mehr ein wischiwaschi-umgang.
es ist der unterschied zwischen - eine grenze wegwischen - eine grenze verstehen.
ich frage mich selbst, ob ich meine grenzen jemals verstanden habe in ihrer tiefe. offensichtlich nicht. ich habe sie nur soweit verstanden, wie ich sie verstehen musste. es ging nicht darum, mich mit der grenze zu beschäftigen sondern damit, diese grenze zu überwinden. mein streben war immer nur auf das weiterkommen ausgerichtet, auf das überwinden von grenzen.
ich bin oft gegen meine grenzen angerannt, habe mich an ihnen verletzt, bin manchmal gescheitert. meistens bin ich weitergekommen.
durchdringung. die grenze mit meinem ganzen wesen aufnehmen und annehmen und loslassen. das möchte ich lernen. der gedanke daran bewegt mich.

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