Sonntag, 6. Dezember 2009

die robe

zeit und träume.
ich schaffe mir alternativen. wie will ich weitermachen?
alles über die motivation. nächste woche muss ich einen kleinen zettel abgeben, der aus einem oder ungezählten sätzen besteht. was ist meine motivation?
ich habe mir dieses urlaubssemester genommen und diese zeit hier angestrebt um klarheit zu gewinnen.
ich will mein studium fertig machen, weil ich das gefühl habe, dass ich dadurch erwachsener werde. selbstständiger. verantwortungsbewusster. mein studium ist ein lebensabschnitt. verbindung von ost und west. ich sehe mehr und mehr, dass keines gut oder schlecht ist. es sind zwei verschiedene ausprägungen, zwei ganz unterschiedlichen arten von menschen.
das einzige, was mir nach wie vor klar ist, ist, dass ich meinen lebensweg in einer spirituellen gemeinschaft gehen möchte. genauso klar ist mir, dass mein karma mich hierher geführt hat und ich sehr starke verbindungen mit allen hier habe. deshalb ist der drang hier nonne zu werden so unkritisch stark. soviele entwicklungsmöglichkeiten. mein herz und meine intuition sagen immer wieder JA, aber mein geist, mein ego kommt noch immernicht ganz hinterher. ich kippe immer wieder in die überforderung und verneine.
auch das ist ein grund, weshalb ich das gefühl habe, dass es für mich besser ist noch eine weile außerhalb zu bleiben. diese ständigen überforderungsflashes. ich habe das gefühl, dass mein leben außerhalb des klosters noch nicht abgeschlossen ist. mein leben außerhalb der robe; dass es noch einige entwicklungen gibt, die ich außerhalb abzuschließen habe. das ist intuition.
was ist wirklichkeit? ich weiß, wieviel ego aus mir spricht in diesem augenblick.
aber wenn ich tiefer blicke, wenn ich meinen intellekt benutze um klarheit zu haben, bleibt meine intuition, dass es für mich noch nicht der richtige zeitpunkt ist teil dieser gemeinschaft zu werden, ebenso wie dass ich teil dieser gemeinschaft bin und werden möchte.
auf allen ebenen empfinde ich mich noch weitgehend in einer art kinderschuhe. ich habe gerade erst angefangen den dhamma zu sehen, mich auf dieser ebene zu bewegen, meine ziele und meinen willen zu konstruieren, mich auszurichten. jetzt nonne werden ist eine nummer zu groß, wie ein kleidungsstück, in das ich noch nicht hinein gewachsen bin. ich sehe es vor mir, es liegt auf meinem stuhl, aber es ist noch zu groß. wenn ich hinein schlüpfe fühle ich mich klein, überfordert, es hängt einen finger lang über meine hände herab und wellt sich auf dem boden.

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