Freitag, 25. Dezember 2009

klarsicht

meine gedanken kreisen viel um mein hierbleiben oder gehen.
hierbleiben bedeutet hierbleiben mit dem ziel nonne zu werden.
gehen bedeutet in marburg zu studieren mit dem ziel in kontakt mit der pagode zu bleiben und nach meinem studium hierher zurückzukommen um nonne zu werden.
ich habe momentan aufgehört das nonne-werden an sich in frage zu stellen, weil ich nach wie vor sehe, wieviel ich hier lerne und in welche richtung ich mich entwickle. das ist offenheit, ruhe, besonnenheit, inmirsein, klarheit. darüber stehen viele andere themen, die jetzt für mich zu weit weg sind, die ich aber ebenso verwirklichen will.
ich möchte mich im bereich der beratung weiterbilden, beratung, therapie, supervision, dieses weite feld. warum? um helfen zu können. ich will mich ablenken von mir selbst, hier und jetzt. das sind alles so schöne felder, in denen ich mich austoben kann, die mir ganz leicht fallen, in denen ich glänzen kann. und ich will anderen helfen, altruistisch. mitfühlend. mitfühlend da sein. oder was eben hilfe in dem augenblick bedeutet. glaube ich, dass ich schon soweit bin? nein. dazu bin ich zu ich-bezogen.
ich denke, wenn ich ehrlich bin, dass ich alles, was ich im studium woanders lernen kann, auch hier lernen kann, in dem studium hier in verbindung mit meiner sangha.
das leben woanders, das mich reizt, was bedeutet es? hier bin ich sehr darauf fixiert an meinem emotionalen innenleben zu arbeiten und meine fähigkeiten in anderen bereichen nicht weiter herauszubilden. es lockt und reizt mich immernoch mich auch in anderen bereichen zu erfahren, auszuprobieren, zu lernen um weitere werkzeuge an die hand zu bekommen mit mir selbst und anderen umzugehen. das, was ich bereits habe rostet so leise vor sich hin, so kommts mir vor. ich bin ein bischen mittendrin steckengeblieben. wenn ich meine ausbildung in theaterpädagogik fertig machen will, sollte ich mich dafür einsetzen und was umsetzen. mir gehts eigentlich um die körperpädagogik. wofür brauche ich das? ich brauchs nicht. wieder nur ein feld um aufmerksamkeit zu bekommen. um meinen körper und seine energieflüsse zu spüren. um menschen in kontakt mit sich selbst zu bringen über ihren körper. es gibt soviele wege wie sandkörner am meer um das zu erreichen.
es gibt keinen urlaub. wenn ich an marburg denke, denke ich an freiraum um meine leichtigkeit wiederzufinden. hier bedrückt mich soviel. ich belaste mich selbst. da gibts nur eins - veränderung und dinge annehmen, wie sie sind. alles leichter nehmen. aus dem tiefsten herzen heraus leichter nehmen. akzeptieren. annehmen. leben. jeder augenblick ist neu.

personenumfeld

ich gehe zur zeit immer wieder mit zwei menschen in konfrontation. das eine ist meine mitbewohnerin und anwärterin, wir sind nurnoch zu zweit auf dem zimmer. das zweite ist die nonne, die mit einem mönch zusammen für die gäste etc. zuständig ist.
meine mitbewohnerin ist eine ständige übung der achtsamkeit für mich. achtsam bewegen, achtsam sprechen, achtsam handeln. manchmal fühle ich mich, als würde ich auf eierschalen gehen. jeder schritt knirscht auf nervenaufreibende art und weise. dann wieder bin ich angenervt von meiner eigenen devotheit. ich werde wütend, weil ich soviel auf eierschalen laufe. dann muss ich stark aufpassen, dass ich nicht unachtsam werde. manchmal bin ich unsensibel, spontan und überbordend. so wie gestern mir ein kommentar herausgerutscht ist, der sämtliche unsicherheiten bei ihr getriggert hat. ich habe mich entschuldigt, was ich selten tue für meine lebensäußerungen. aber diese entschuldigung hat sie nicht annehmen wollen oder können. das wiederum macht mich wütend, weil ich dem gegenüber hilflos stehe. ich muss ihre verletzung so akzeptieren, und das fällt mir schwer. ich sehe, wie sie ihre welt immer und immer wieder nach dem muster produziert, das sie mir erklärt hat und auf das auch der unsensible kommentar abzielte. ich nehme das so an. niemand muss sich ändern.

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