urplötzlicher erleuchtungsmoment - oder sowas ähnliches.
eine stille, in der schlagartig klar wird, was mich zuvor benebelt und blind gemacht.
ein moment der ruhe, in dem sich das knäuel löst und die fäden wie straßen da liegen.
so geht es. so funktioniert die welt - manchmal.
ein großes, altes gemäuer. kalter, grauer stein, warmes kerzenlicht und trockenes pergament. buchstaben. in buchstaben.
ich habe eine vision.
diese vision ist totaler minimalismus. weniger. und weniger.
Hue Hy - 19. Mrz, 19:25
mein geist geht in die ferne und macht dich zittern, mit einem atemhauch trinke ich das leben in uns. fessle uns und lasse uns frei.
ich weiß es. die gewohnheitsstruktur meiner beziehungsfäden ist stark. sie ist berückend, betörend, sie ist fesselnd, eine welt, die die welt entfernt.
ich will dich in der welt lassen.
ich will dich nicht in das phantasiegebilde nehmen, das ich stricken kann, ich will dich frei lieben, verwurzelt und in der echten erfahrung verankert. in dieser welt, in der wirklichkeit.
ich bin hier. ich bin jetzt. du bist hier. du bist jetzt.
Hue Hy - 18. Mrz, 18:50
alles loslassen - atemzug für atemzug erwachen
heute hatte ich einen alptraum, wie ich ihn schon seit jahren nichtmehr hatte. ich kann mich nur aus kindheitstagen dran erinnern.
zu beginn lag ich einfach nur auf dem bett in diesem zimmer und fühlte, wie die grenzen zwischen mir und meiner umgebung verschwanden und ich erfuhr, dass ich und alles um mich das gleiche ist. getrennt und eins.
dann kamen meine gedanken wieder, irgendwie schlief ich ein.
in der pagode hatten wir eine haselmaus und eine rattenfamilie, die haselmaus hat mich eines morgens während der meditation für eine viertelstunde ca als klettergerät benutzt und am ende versucht ein stück aus meiner hand zu knabsen, woraufhin ich mich bewegte und sie floh. das geräusch der kleinen haselmaus, wie sie über den teppich tanzt, diese kleinen leisen schnellen mäusepfötchen, ist mir tief im gedächtnis.
jetzt, während ich da lag, hörte ich es auf einmal. ich hatte die augen offen, ich lag in dem zimmer und war der festen überzeugung, ich wäre in der pagode. die maus lief neben mir übers bett. ich wollte mich bewegen um sie zu verscheuchen, aber ich konnte mich nicht bewegen. meine gliedmaßen waren wie eingeschlafen, gelähmt. ich versuchte die augen zu öffnen, aufzuwachen, es war unmöglich. wo war die maus? ich hatte angst, war es die maus, die ratte, würde sie mich anknabbern, fressen? ich wollte ein geräusch machen. ich setzte all meine kraft ein um meine stimmbänder zu aktivieren, den mund zu öffnen und sie durch geräusche zu verscheuchen. ich öffnete den mund, machte ein geräusch - die maus flitzte in meinen mund! ich versuchte ihn wieder zu schließen, zu öffnen, spürte ob ich die maus in meinem mund fühlte, weiterhin todesangst. ich war immernoch gelähmt, egal wieviel energie ich einsetzte um mich zu bewegen. die maus in meinem mund knabste in meine zunge, ich bekam den mund schließlich auf, war die maus nun drinnen oder draußen? ich fühlte die maus und zwei kleine mäuse. die ganze zeit versuchte ich aufzuwachen, mich zu bewegen, todesangst. ein knabsen an meinem arm. die ratte? ich spürte die wärme der heizung neben mir, es wurde immer wärmer, fühlte meinen körper, pumpte alle kraft darein mich zu bewegen, gelähmt - irgendwann endlich - wurde ich tatsächlich wach, realisierte, dass ich geträumt hatte und sprang auf, aus dem zimmer und ins andere. ich fühlte mich abgrundtief beschissen.
todesangst - lähmung - mäuse.
Hue Hy - 29. Jan, 15:31
seit mittwoch bin ich krank. magen-darm.
heute nacht hatte ich einen intensiven schmerz aus dem magenbereich, noch nie erlebt.
ich will glücklich sein. von allem, was ich in meiner zeit hier gelernt habe, ist das am stärksten. vollkommenheit ist glücklichsein. glücklichsein ist vollkommenheit.
und jetzt die frage, ob ich das hier lernen kann. viele viele teachings, die für mich sehr kopflastig sind. ich zerdenke.
ich bin bereit glücklich zu sein, grundlos glücklich für mich selbst. bin bereit, mich dem gefühl anzunähern. es in mein leben zu lassen. in mein bewusstsein. einfach ja zu sagen. zu mir selbst. ja. und weil ich teil von allem bin, weil jeden augenblick alles in mir ist, ja. alles wird schön. alles wird wertvoll.
Hue Hy - 16. Jan, 13:34
Die Bodhisattva-Richtlinien helfen uns die Veränderung herbeizuführen
1. Teilen
Teilen hilft uns zu erkennen, dass unser Leid nicht einzigartig ist, dass wir in unserem Leid und in unseren Anhaftungen nicht einzigartig sind. Teilen minimiert Dinge, und was zuerst überwältigend schien verliert nach und nach seine Macht – geteiltes Leid ist halbes Leid. So entstehen Gleichmut und GleichGültigkeit.
2. Disziplin
Höre nie auf – gib nie auf.
3. Geduld
Geduld mit mir und anderen, unterstützt Verständnis und Verzeihung.
4. Anstrengung
5. Gelassenheit und Ruhe (samadhi)
Gelassenheit und Ruhe entstehen aus einem Klick-Moment im Prozess, der nicht ohne die vorherigen Schritte eintritt
6. Klarheit
Klarheit entsteht aus Gelassenheit und Ruhe, dem Klick-Moment heraus.
Die ersten drei Punkte sind aus Thays buddhistischer Sicht Liebe.
Wir können die Dualität in der Mitfreude aufheben.
Trinke morgens deine Tasse Kaffee und freue dich mit mit ihr, dass sie so gut schmeckt, gut riecht, so schön warm ist – einfach da ist.Oder sage zu ihr – Kaffee – heute morgen schmeckst du aber nicht so gut.
Plum-Village-Beispiel – ein Lied singend für eine Blume oder einen toten Vogel. Teilen der Freude – Aufhebung der Dualität.
So können wir schließlich auch Schwierigkeiten mit Freude betrachten, schlichtweg alles, was da kommt. Bodhisattvas lächeln immer – Freude mit allem.
Hue Hy - 10. Jan, 15:30
Die Vergangenheit ist vergangen – schaue ins Hier und Jetzt.
1. Beobachtung des Bewusstseins
durch Analyse, intellektuell und emotional; bsp. die Faktoren Scham, Schuld, Angst, Gier, Wert, die unsere Existenz definieren
2. geistige Zustände
Was kommt alles zusammen, damit dieses Gefühl entstehen kann? Jeder unveränderlich wahrgenommene Zustand macht krank, ein positiver Impuls führt oft zur Veränderung und zu Heilung. Wir müssen uns in solchen Momenten neu programmieren, was wir selbst alleine nur schaffen, wenn wir über eine extrem starke Willenskraft verfügen oder besonders eitel sind.
3. alle Situationen sind veränderbar und vergänglich
Wir reproduzieren oftmals Situationen um sie zu verstehen und hecheln so von Erfahrung zu Erfahrung, von Leben zu Leben, weil wir glauben etwas erreichen oder lösen zu müssen. Lebe Hier und Jetzt.
4. Nichts existiert in endgültiger Weise
Wir dramatisieren unser Leben. Wenn einer uns verletzt / verlässt, verletzen / verlassen uns alle – wir lassen unseren Schmerz so groß wie die ganze Welt werden.
5. Alles hat seine Wechselwirkung – nichts ist kontrollierbar.
Hue Hy - 10. Jan, 15:22
Unsere Existenz/Selbstdefinition wird hauptsächlich durch folgende Gefühle bestimmt:
1. Scham – meist Kompensation durch Disziplin
2. Schuld – meist Kompensation durch Wiedergutmachung
3. Wert – meist Kompensation durch Funktion
4. Angst – meist Kompensation durch Kontrolle
5. Gier (Unsicherheit) – meist Kompensation durch Anhäufung
Bsp definiere ich mich über meine Scham und habe die Annahme, dass Menschen mich auf Grund meiner unheilsamen Vergangenheit ablehnen – egal, was sie positives über mich sagen, ich denke im Hintergrund immer „Wenn ihr wüsstet...“.
Realitätscheck! Ich öffne mein System und offenbare mich – werde ich wirklich abgelehnt? Wenn nicht, gut, Annahme falsch. Wenn doch, auch ok, dann handle ich auf Grundlage der Realität und nicht auf Grund meiner Phantasien. Damit fällt es leichter dann auch loszulassen – ich weiß, ich werde abgelehnt, das ist nichtmehr nur eine Annahme, dann ist es einfacher den Schritt zu machen mich umzudrehen und zu gehen – und mir ein heilsameres Umfeld zu suchen.
Wir müssen den Aspekt, der für uns am wichtigsten ist, auflösen um ein offenes System zu erhalten.
Ich merke, dass ich beispielsweise aus einem Schuldgefühl heraus etwas für andere mache, wenn es mich Energie kostet.
Für wen lebst du? Lebst du für andere – oder lebst du für dich?
10 von 10 Leute leben aus diesem Unwissen heraus, leben für andere und nicht für sich selbst.
Bsp. ich habe meinem Partner einmal Unrecht zugefügt – er hat mich verlassen – aber ich versuche dieses Schuldgefühl am nächsten Partner wiedergutzumachen und zu kompensieren. So reproduziere und übertrage ich diese ganze Situation immer wieder. Ich definiere mich und meine Partnerschaft über dieses Gefühl, das nichts mit der Realität zu tun hat.
Wenn wir etwas wirklich loslassen, kommt es nichtmal als Erinnerung hoch, unser Gehirn hat die Erfahrung „aussortiert“, wir brauchen sie nicht.
Wir Menschen leben unser Unwissen, fühlen uns glücklich und erzeugen so unser eigenes Leid.
Hue Hy - 10. Jan, 15:18
Die Psychischen Prozeduren, die wir in unserem dualen Leben durchlaufen
1. Formgebung (innere Sichtweise, innere Wertschätzung, welche Form/welches Design ich mir gebe – Frisur, Kleidung, Mimik, Gestik, Haltung, Sprache, ...)
2. die Funktionsweise (wie ich funktioniere, wie ich meine Rolle definiere)
3. die Struktur und die Ordnung (wo ich mich verorte, meinen Platz sehe)
4. die Abhängigkeiten von den anderen Systemen (wie funktioniere ich im Zusammenhang mit anderen Systemen; Harmonie – normal, Disharmonie – bin ich falsch?)
5. die Zusammenhänge (zwischen allen Systemen, abstrakt und über Logik, Existenzberechtigung durch bsp. meine nie gesehenen Ururgroßeltern, bsp. Licht kommt nicht aus der Wand, jmd hats erfunden etc. und unterstützt meine Existenz)
-> Ebenen, die wir kritisch hinterfragen können um hinter die Dualität zu kommen
Hue Hy - 9. Jan, 15:36
Substanzlosigkeit
Nicht-Kennzeichnen
Nicht-in-Betracht-ziehen
Aus diesen Bestandteilen besteht sunyata, die Leerheit, die wirkliche Existenz.
Für Buddhisten sind diese Bestandteile wie ein Kaugummi, das wir immer wieder durchkauen, auf das hin wir unsere Prozesse immer wieder prüfen. Unser „6-Schritte-Programm“, wenn wir uns mit unserem Leben auseinandersetzen.
Meistens müssen wir mit dem letzten Schritt anfangen, weil unser Geist so schnell in seinen Mechanismen ist. Nach und nach schaffen wir es immer früher einzuhaken und unser Bewusstsein zu stoppen und die Gewohnheitsstruktur zu verändern.
Ich ziehe dann nicht einmal mehr in Betracht, dass jemand doof sein könnte. Ich kennzeichne ihn nicht als doofe oder nicht-doofe Person. „Doof“ hat keine Substanz für mich, keinen Inhalt, bedeutet nichts. Ich habe nicht die Annahme, dass jemand doof ist. Ich lasse das ungute Gefühl los, sobald es in Erscheinung tritt. Ich praktiziere GleichGültigkeit mit allem.
Andersherum – ich bewerte und beurteile, dass jemand doof ist im Unterschied zu mir. Ich halte an dem Gefühl fest, dass jemand doof ist. In mir entsteht die feste Annahme und das Konzept, dass diese Person doof ist, ich verteidige meine Annahme. Doof hat für mich eine Substanz, eine bestimmte Bedeutung, besteht aus bestimmten Komponenten. Ich kennzeichne – das ist doof, das ist nicht doof. Ich ziehe für alles und jeden in Betracht, der/die/das könnte doof oder nicht doof sein.
Hue Hy - 9. Jan, 15:31
LosLösung -
Indem ich etwas loslasse, entsteht oft bereits eine Lösung. Gelassenheit und Ruhe unterstützen das Loslassen. In Streitsituationen ist es beispielsweise heilsam den Streit einen Tag ruhen zu lassen. In der Zwischenzeit verändern sich die Emotionen, mehr Gelassenheit und Ruhe entstehen, ich habe etwas davon losgelassen, definiere mich nichtmehr so stark über die im Gestern liegende Emotion. Ich bin der Lösung einen Schritt näher gekommen. Im Festhalten liegt der Konflikt. Im Loslassen liegt die Lösung. Streit verschärft den Dualismus. Ruhe und Gelassenheit führen zu Gleich-Gültigkeit.
Abwesenheit von einer Grundlage -
Die Abwesenheit einer Grundlage meint die Abwesenheit einer Annahme, eines Konzeptes.
In einem Gespräch verwirkliche ich dies, indem ich einen freien Raum schaffe für unseren Austausch. Ich habe keine Annahme über deinen Standpunkt. Ich nehme ihn gleich-gültig so an, wie er ist. Ich habe meinen Standpunkt, du hast deinen Standpunkt, sie stehen individuell nebeneinander. Die Abwesenheit einer Grundlage ist essentiell für die „open-space“-Gesprächstechnik. Es gibt kein Konzept, das ich verteidigen muss.
Hue Hy - 9. Jan, 15:29
Ein Teil der Gleich-Gültigkeit lässt sich für mich am besten mit All-Gleichheit übersetzen. Alle sind gleich. Wir sind individuell, insofern verschieden, dennoch sind wir gleich, wir sind alle Lebewesen. Aus diesem Grundsatz leitet sich beispielsweise die Regel nicht zu töten ab.
Jeder hat seine einzigartige Geschichte, seine eigenen Gründe für das, was er oder sie tut. Alle stehen nebeneinander. Alles hat seine Existenzberechtigung. Wenn du wütend bist, wenn du traurig bist, wenn du fröhlich bist, alles hat seine Existenzberechtigung. Ich kann nicht sagen – du bist wütend, also bist du blöd. Du bist traurig – das ist falsch. Alles ist gleich gültig. Diese Sichtweise bezieht sich auch auf Mörder und Räuber. Sie haben ebenso ihre Existenzberechtigung oder auch Existenzprozedur. Das Verhalten ist ein Symptom der individuellen Geschichte.
Indem ich das Symptom nicht auf mich beziehe – beispielsweise Wut – kann ich es gleich-gültig sein lassen. Ich weise es weder zurück, noch mache ich es zu mir selbst. Wenn ich merke, jemand ist wütend, und beziehe diese Wut auf mich, mache ich die Wut zu mir selbst und identifiziere mich mit ihr, beginne meinerseits zu reagieren auf Grund von Annahmen. Wenn ich die Wut zurückweise, bewerte ich sie ebenfalls und handle im Sinne des Dualismus, definiere mich über die Wut.
Hue Hy - 9. Jan, 15:28
Zeit und Raum sind variabel, nicht linear.
Wenn ich eine Papierserviette verbrenne, löst sie sich in die Komponenten Wärme, Asche und Rauch auf. Sie ist immernoch da in umgewandelter Form. Eines Tages tritt sie vielleicht wieder als Palmblatt in Erscheinung, als Holz, wird wieder zur Serviette verarbeitet und für mich als Papierserviette sichtbar. Sie ist immer da. Buddha hat gesagt, er kann mit seinem Bewusstseinsstrom in der Zeit und zwischen den Ebenen reisen. Quantenphysik bestätigt die Theorie der Zeitreisen. Wir verändern unseren Bewusstseinszustand und können dadurch in der Zeit reisen. Zeit ist nicht linear. Um mich herum sind unzählbare Variablen. Mein Geist ist so getaktet, dass ich in diesem Augenblick in diesem Bewusstseinsstrom wahrnehme.
Hue Hy - 9. Jan, 14:12
...
Wir entscheiden selbst über unsere Gefühlszustände. Wir sind der Täter. Durch unsere Tat beeinflussen wir die Tatsache. Wir entscheiden auch, ob wir uns mit dem Gefühl aus der Vergangenheit identifizieren wollen. Wollen wir immer wieder in die gleichen Muster verfallen? Wollen wir unsere Erfahrungen immer wieder reproduzieren?
Unser Ziel ist es im Fluss zu sein. Etwas entsteht, vergeht. Ohne Reproduktion der Vergangenheit mit dem Jetzt im Fluss zu sein, mit der Wirklichkeit in Kontakt zu stehen. Indem ich Erfahrungen reproduziere lebe ich in meinen Illusionen und Phantasien, ohne mit der Realität im Kontakt zu sein. Ich entscheide selbst. Ich bin Täter.
Hue Hy - 9. Jan, 13:36
Über die Entscheidung, hierzubleiben und weiterzustudieren.
Zu meiner plötzlich aufkommenden Angst, nachdem ich mit meiner Schwesterfreundin und meiner Mutter darüber gesprochen habe.
Darüber, wie die Welt außerhalb des buddhistischen Klosters für mich tickt. Wie ich in ihr bin.
Ich sehe ein wunderschön gestaltetes Kunstobjekt.
Hier - hier sehe ich die Welt als Wunder.
Ich bin in meiner Existenzangst, weil ich keine Klarheit darüber habe, wie es weitergeht. Die Zukunft ist total offen, das macht mir Angst. Ich habe keine Kontrolle darüber. Nichtmal die Illusion von Kontrolle bleibt. Nichtmal die Illusion von Klarheit bleibt.
Ich habe ein falsches Verständnis von Klarheit. Klarheit bedeutet für mich emotional zu wissen, wie es weiter geht -> dadurch Kontrolle.
Klarheit aber bedeutet in der Realität offen und frei zu agieren.
Was ich als Klarheit wahrnehme ist Unfreiheit. Ich grenze mich ein, damit ich Sicherheit bekomme. Ich presse meine Zukunft in Konzepte, damit ich es Klarheit nennen kann.
Hue Hy - 4. Jan, 15:58
meine gedanken kreisen viel um mein hierbleiben oder gehen.
hierbleiben bedeutet hierbleiben mit dem ziel nonne zu werden.
gehen bedeutet in marburg zu studieren mit dem ziel in kontakt mit der pagode zu bleiben und nach meinem studium hierher zurückzukommen um nonne zu werden.
ich habe momentan aufgehört das nonne-werden an sich in frage zu stellen, weil ich nach wie vor sehe, wieviel ich hier lerne und in welche richtung ich mich entwickle. das ist offenheit, ruhe, besonnenheit, inmirsein, klarheit. darüber stehen viele andere themen, die jetzt für mich zu weit weg sind, die ich aber ebenso verwirklichen will.
ich möchte mich im bereich der beratung weiterbilden, beratung, therapie, supervision, dieses weite feld. warum? um helfen zu können. ich will mich ablenken von mir selbst, hier und jetzt. das sind alles so schöne felder, in denen ich mich austoben kann, die mir ganz leicht fallen, in denen ich glänzen kann. und ich will anderen helfen, altruistisch. mitfühlend. mitfühlend da sein. oder was eben hilfe in dem augenblick bedeutet. glaube ich, dass ich schon soweit bin? nein. dazu bin ich zu ich-bezogen.
ich denke, wenn ich ehrlich bin, dass ich alles, was ich im studium woanders lernen kann, auch hier lernen kann, in dem studium hier in verbindung mit meiner sangha.
das leben woanders, das mich reizt, was bedeutet es? hier bin ich sehr darauf fixiert an meinem emotionalen innenleben zu arbeiten und meine fähigkeiten in anderen bereichen nicht weiter herauszubilden. es lockt und reizt mich immernoch mich auch in anderen bereichen zu erfahren, auszuprobieren, zu lernen um weitere werkzeuge an die hand zu bekommen mit mir selbst und anderen umzugehen. das, was ich bereits habe rostet so leise vor sich hin, so kommts mir vor. ich bin ein bischen mittendrin steckengeblieben. wenn ich meine ausbildung in theaterpädagogik fertig machen will, sollte ich mich dafür einsetzen und was umsetzen. mir gehts eigentlich um die körperpädagogik. wofür brauche ich das? ich brauchs nicht. wieder nur ein feld um aufmerksamkeit zu bekommen. um meinen körper und seine energieflüsse zu spüren. um menschen in kontakt mit sich selbst zu bringen über ihren körper. es gibt soviele wege wie sandkörner am meer um das zu erreichen.
es gibt keinen urlaub. wenn ich an marburg denke, denke ich an freiraum um meine leichtigkeit wiederzufinden. hier bedrückt mich soviel. ich belaste mich selbst. da gibts nur eins - veränderung und dinge annehmen, wie sie sind. alles leichter nehmen. aus dem tiefsten herzen heraus leichter nehmen. akzeptieren. annehmen. leben. jeder augenblick ist neu.
Hue Hy - 25. Dez, 15:04
ich gehe zur zeit immer wieder mit zwei menschen in konfrontation. das eine ist meine mitbewohnerin und anwärterin, wir sind nurnoch zu zweit auf dem zimmer. das zweite ist die nonne, die mit einem mönch zusammen für die gäste etc. zuständig ist.
meine mitbewohnerin ist eine ständige übung der achtsamkeit für mich. achtsam bewegen, achtsam sprechen, achtsam handeln. manchmal fühle ich mich, als würde ich auf eierschalen gehen. jeder schritt knirscht auf nervenaufreibende art und weise. dann wieder bin ich angenervt von meiner eigenen devotheit. ich werde wütend, weil ich soviel auf eierschalen laufe. dann muss ich stark aufpassen, dass ich nicht unachtsam werde. manchmal bin ich unsensibel, spontan und überbordend. so wie gestern mir ein kommentar herausgerutscht ist, der sämtliche unsicherheiten bei ihr getriggert hat. ich habe mich entschuldigt, was ich selten tue für meine lebensäußerungen. aber diese entschuldigung hat sie nicht annehmen wollen oder können. das wiederum macht mich wütend, weil ich dem gegenüber hilflos stehe. ich muss ihre verletzung so akzeptieren, und das fällt mir schwer. ich sehe, wie sie ihre welt immer und immer wieder nach dem muster produziert, das sie mir erklärt hat und auf das auch der unsensible kommentar abzielte. ich nehme das so an. niemand muss sich ändern.
Hue Hy - 25. Dez, 10:08